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Interaktive Lösungen und IWB

Was ist eine interaktive Lösung?

Wenn in unserem Kanton ein neues Schulgebäude gebaut wird, dann wird die herkömmliche schwarze Wandtafel immer öfter durch eine interaktive Lösung ersetzt.

Unter einer interaktiven Lösung versteht die Gesamtheit aller Elemente (Geräte und Programme), die eine Projektion des Computer-Desktops auf eine grosse weisse Fläche und eine direkte Interaktion mit den projizierten Inhalten erlauben. Diese Interaktion kann mit Hilfe eines Stifts und/oder durch Berühren erfolgen (Touchscreen, ähnlich wie ein riesiges iPad).

Solche Interaktionen sind mit verschiedenen Geräten möglich. Dazu gehören:

  • interaktives Whiteboard (zum Beispiel Smart, Promethean, Touchboard)
  • interaktiver Beamer (Epson)
  • Grafiktablett (WACOM)
  • Touchscreen-Tablett (iPad)
  • interaktiver Bildschirm oder Touchscreen (z.B. Samsung-Produkte, C-Touch)

Diese Geräte werden häufig durch eine Dokumentenkamera oder einen Visualizer ergänzt.

IWB oder interaktive Lösung: Was ist der Unterschied?

Man spricht von einem «interaktiven Whiteboard» (oder IWB), wenn die Projektionsfläche aktive Elemente enthält (Sensoren, Kameras). Aufgrund der Entwicklungen auf dem Markt wird jedoch häufig der Begriff interaktive Lösung verwendet, weil er viel flexibler ist und auch interaktive Beamer, interaktive Bildschirme und Tablett-Lösungen umfasst.

Bestandteile einer standardmässigen interaktiven Ausrüstung

Die Schulzimmer der neuen Schule von Chatonney (Einweihung 2014) wurden mit den folgenden interaktiven Ausrüstungen ausgestattet.

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Bestandteile einer standardmässigen interaktiven Ausrüstung

Die Schulzimmer der neuen Schule von Chatonney (Einweihung 2014) wurden mit den folgenden interaktiven Ausrüstungen ausgestattet.

1. Der Computer der Lehrperson kann sich an einem festen Arbeitsplatz befinden oder portabel sein. Der Vorteil eines Laptops liegt darin, dass die Lehrperson ihre Lektionen zu Hause vorbereiten kann und jederzeit Zugriff auf all ihre Unterlagen und Vorbereitungen hat.

2. Die Projektionsfläche kann aktive Elemente umfassen (etwa bei einem interaktiven Whiteboard) oder auch einfach eine weisse Leinwand sein (wenn man mit einem interaktiven Beamer oder einem Tablett arbeitet).

Je nach gewählter Lösung ist es möglich, mit Filzstiften auf die zentrale Oberfläche zu schreiben. Gut zu wissen: Eine Projektionsfläche ist nicht gleich beschichtet wie ein Whiteboard (die Oberfläche ist poröser). Wenn man eine schöne weisse Projektionsfläche bewahren will, ist es daher besser, nicht mit Filzstiften darauf zu schreiben.

3. Der Beamer oder Videoprojektor überträgt die Informationen vom Computer auf die Projektionsfläche. Bei den aktuellen Beamern handelt es sich um Ultra-Kurzdistanz-Projektoren, die direkt oberhalb der Projektionsfläche angebracht werden. Sie benötigen keinen Ventilator und sind daher weniger lärmig als frühere Versionen (Modelle mit weniger als 28 dB sind vorzuziehen). Zudem besteht bei solchen Beamern eine geringere Blendungsgefahr für Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen, wodurch eine ergonomische Nutzung gewährleistet ist. Der interaktive Beamer ist eine interessante Alternative zu einem interaktiven Tablett mit Beamer. Das neuste Modell von Epson [1] beispielsweise verfügt über die 3LCD-Technologie, eine WXGA-Auflösung und eine Helligkeit von 3300 Lumen.

4. Schreibflächen. In allen Schulzimmern müssen zwingend höhenverstellbare Schreibflächen angebracht werden (oft rund um den eigentlichen Projektionsbereich). Diese Flächen können weiss oder schwarz und je nach Bedarf liniert oder kariert sein. Wichtig ist, dass sie qualitativ hochwertig sind. Langfristig sind schwarze Tafeln kostengünstiger (Stifte und Reinigungsmittel für weisse Flächen sind teurer). Zudem bieten sie einen besseren visuellen Kontrast. Aus diesem Grund werden schwarze Tafeln für den Einsatz in Schulzimmern empfohlen. (Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Webseite der EU http://optic-comenius.eu/en_lighting.html oder in den CPHV-Empfehlungen [2].)

5. Der Visualizer wird auf dem Schreibtisch in der Nähe des Computer positioniert. Alle Objekte (Buch, Zeichnung, Texte der Schülerinnen und Schüler, Gegenstände, Insekten usw.), die unter die Kamera gelegt werden, werden auf die Projektionsfläche projiziert. Mit einem leistungsfähigen Visualizer ist es möglich, ein Bild über eine interaktive Software zu beschriften, aufgenommene Bilder zu archivieren oder gar Filme herzustellen. Es wird empfohlen, die interaktiven Geräte als «Kette» zu installieren. So können durch den Visualizer produzierte Bilder über die interaktive Software importiert werden (zur Beschriftung oder Archivierung).

6. Lautsprecher. Der Westschweizer Lehrplan legt den Akzent auf die Hörverstehenskompetenzen in allen Sprachen. An den Prüfungen wird daher auch das Hörverstehen getestet. Es ist deshalb wichtig, dass alle Schülerinnen und Schüler im Unterricht von einer guten Qualität der Tonaufnahmen profitieren. Kleine Lautsprecher am Computer der Lehrperson genügen hier nicht mehr. Hingegen bieten an den Wänden befestigte Lautsprecher eine optimale Tonqualität.

 

[1] Vgl. umfassende Evaluation dieses Beamers unter: http://www.projectorreviews.com/epson/epson-brightlink-595wi-projector-review/#sthash.FrFTeZdz.dpuf

[2] Empfehlungen des CPHV: Eine matte schwarze Tafel bietet den besten Kontrast und gewährleistet die beste Leserlichkeit nicht nur für sehbehinderte Kinder, sondern auch für solche mit einer leichten Sehschwäche oder mit Aufmerksamkeits- oder Konzentrationsstörungen. Weisse Tafeln sollten grundsätzlich nur für die Projektion von Bildern verwendet werden. Der Kontrast ist bei Texten, auch wenn diese mit einem neuen schwarzen Filzstift geschrieben werden, nicht optimal. Viele weisse Oberflächen sind zudem glänzend und strahlen das Licht zurück, was für Menschen mit einem Sehdefizit störend ist.