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JAMES-Studie 2016

Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat 2016 erneut eine repräsentative Umfrage zum Gebrauch von Medien der 12-19-Jährigen in der Schweiz durchgeführt. 

Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Vieles bleibt seit 2010 oder 2012 (gewisse Fragen wurden dann ein erstes Mal gestellt) mehr oder weniger gleich. Das non-mediale Freizeitverhalten der Jugendlichen scheint sich z.B. nicht verändert zu haben. Doch es gibt auch Bereiche mit signifikanten Unterschieden:

  • Die Allgegenwärtigkeit des Handys hat weiter zugenommen: 99% der Jugendlichen besitzen ein Handy, 98% ein Smartphone.
  • Bemerkenswert ist dabei ein markanter Anstieg der täglichen Surfdauer von rund 25% : im Durchschnitt, an einem normalen Wochentag, 2,5 h (vorher: 2 h), am Wochenende 3h40 (vorher 3 h). Das lässt darauf schliessen, dass gegenüber früher mehr Jugendliche über ein Flatrate-Abo verfügen.
  • Gerätebesitz: bei digitaler Fotokamera, DVD- und mp3-Player und Radio ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Dies liegt wohl daran, dass der Alleskönner Smartphone diese Funktionen übernommen hat. Hingegen hat der Besitz von Tablets zugenommen.
  • 94% der Jugendlichen sind bei mindestens einem Sozialen Netzwerk angemeldet. Dieser Trend steigt weiterhin stetig an. Erstmals seit vielen Jahren steht aber Facebook nicht mehr an erster Stelle. Instagram (81%) und Snapchat (80%) sind klar vor Facebook (62%) positioniert. Facebook verzeichnet nicht nur weniger neue Accounts, sondern auch einen Rückgang bei der Nutzungshäufigkeit (55% vs 79% im Jahre 2012).
  • Der Fernsehkonsum hat abgenommen. Die Jugendlichen schauen lieber Videos oder Serien via Internet (Youtube oder Netflix). Die beliebteste Webseite ist Youtube. Sogenannte YouTuber, die auf einem eigenen Kanal Videos zu ihrem Thema (z.B. Schminktipps, Mode, Sketches, ...) veröffentlichen, sind die neuen Stars - wie früher Sänger oder Schauspielerinnen.

Aus pädagogischer Sicht gilt es, folgende Bereiche zu beachten:

  • Die Allgegenwärtigkeit des Handys oder Tablets verführt zu ständigem Online-Sein (s. Surfdauer oben). Die Jugendlichen sollten motiviert werden, bewusste Offline-Zeiten in Ihren Alltag einzubauen.
  • Zum ersten Mal ist ein leichter Rückgang bei der Nutzung der Privatspäre-Einstellungen beobachtet worden. Dies könnte damit zusammenhängen, dass inzwischen Instagram oder Snapchat wichtiger sind als Facebook. Trotzdem sollten die Jugendlichen weiterhin oder erst recht auf die Bedeutsamkeit von Datenschutz und Privatsphäre aufmerksam gemacht werden.
  • 41% der befragten Jugendlichen haben sich mit jemandem getroffen, den sie im Internet kennengelernt haben. Es braucht hier Sensibilisierungsmassnahmen, um vor Gefahren wie Cybergrooming zu warnen.
  • Mit dem Satz "Video is King" weist die Studie darauf hin, dass Filme oder Videos einen enorm hohen Stellenwert bei den Jugendlichen einnehmen. Für die Schule bedeutet dies, dass es sinnvoll wäre, die Filmkompetenz vermehrt zu fördern.

Alle Resultate der Jamesstudie 2016 zum Nachlesen auf der Webseite der ZHAW.